| Synästhesie | Deutsch │ English |
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Elisabeth Sulser ist Synästhetin. Im Rahmen einer Studienarbeit für Neuropsychologie der Universität Zürich, bei welcher sie in den Jahren 2004 und 2005 als Versuchsperson mitwirkte, wurde sie als Trägerin einer seltenen Form von Synästhesie 'entdeckt' und in den internationalen Medien beschrieben.
Was ist Synästhesie? Unter Synästhesie versteht man die (Mit-)Erregung eines Sinnesorgans durch einen nicht spezifischen Reiz, die zu gleichzeitigem Erleben verschiedener Sinneseindrücke bei Reizung von nur einem Sinnesorgan führt. Die häufigsten Erscheinungen sind die optischen Synästhesien (‚Synopsien‘ oder Photismen), bei denen vor allem durch akustische Eindrücke (Töne, Wörter) optische Erscheinungen (auch farbig: Farbenhören) mit erregt werden. Umgekehrt können auch optische Wahrnehmungen sekundäre Gehörserlebnisse (‚Phonismen‘) und akustische Eindrücke Gefühlserlebnisse u. a. hervorrufen (Vgl. dazu Brockhaus multimedia, Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2003).
Berühmte Synästheten Im Bereich Musik und Malerei gibt es zahlreiche Künstler, von denen bekannt ist, dass sie Synästheten waren z.B. Alexander Skriabin, Frank Zappa, Paul Klee, Wassily Kandinsky u.a.
Wie äussert sich die Synästhesie bei Elisabeth Sulser? Beim Hören von Musik oder auch von Klängen sieht Elisabeth Sulser das Gehörte in Farben und projiziert es in ihrer Vorstellung auf eine 'innere Leinwand'. So entsteht ein kaleidoskopartiges Gemälde, das sich ständig ändert. Die Farben verändern sich mit der Geschwindigkeit der Musik und passen sich in ihrer Form den musikalischen Figuren an. (C=rot, D=gelb, E=braun, F=grün, G=dunkelblau, A=hellblau, H=grau, Cis=rosa, Dis=bordeaux, Fis=violett, Gis=türkis, B=gold)![]() On the cold ground, aus John Playfords Tanzschule, Takt 1-8 >> Mausklick für Grossansicht, inkl. Hörprobe (nur Internet Explorer) Intervalle verbindet
Elisabeth Sulser mit Geschmack. Das heisst: Beim Hören von zwei auseinander
liegenden Tönen innerhalb einer Oktave empfindet sie einen Geschmack
auf der Zunge. Eine kleine Sekunde schmeckt sauer, eine grosse bitter,
eine kleine Terz salzig, eine grosse süss, die Quinte nach einem
Glas Wasser, die kleine Sexte rahmig (Vollrahm), die grosse auch rahmig
(Halbrahm), die kleine Septime bitter wie die grosse Sekunde und die grosse
Septime sauer wie die kleine Sekunde. |
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